2021 
2020 
Neuer Dirigent Gengenbach
NEUER DIRIGENT DER STADTKAPELLE GENGENBACH E.V.  
Mit Felix Bauert übernimmt ein nicht ganz Unbekannter den Taktstock der Stadtkapelle Gengenbach zum ersten Juni 2021. Als Saxophonist präsentierte er sich in Ensembles schon bei verschiedenen Veranstaltungen wie Vernissagen in Gengenbach.

Der „halbe“ Gengenbacher, ein Elternteil stammt aus Gengenbach, beendet aktuell sein Bachelorstudium mit Hauptfach klassisches Saxophon an der Hochschule für Musik und darstellende Künste in Frankfurt. Zusätzlich zu seinem Musikstudium hat er bereits erfolgreich einen C3-Kurs abgelegt und nahm regelmäßig Dirigierunterricht. Seit mehreren Jahren leitet er motiviert und leidenschaftlich ein Jugendorchester in Oberkirch und seit vergangenem Jahr auch jenes der Jugend von Reichenbach.

Neben seiner eigenen Tätigkeit als Dirigent spielt er selbst in verschiedenen Blasorchestern, wie dem Landesblasorchester Baden-Württemberg, was ihm auch immer wieder neue Impulse in Bezug auf neue Literatur bietet. Seine jahrelange Erfahrung als Instrumentallehrer für Saxophon und Klarinette in der Musikschule Zeno Peters wird der 27-Jährige für die Jugendausbildung der Stadtkapelle einbringen können, da dies ein wesentlicher Bestandteil seiner künftigen Tätigkeit sein wird.

Bürgermeister Thorsten Erny wie auch die Stadtkapelle freuen sich sehr auf die künftige Zusammenarbeit, deren Ergebnis hoffentlich bald wieder in Form von Konzerten oder Auftritten zu hören sein wird.
Felix Bauert 
v.l. Bürgermeister Thorsten Erny, Geschäftsführer der Kultur-und Tourismus GmbH Lothar Kimmig, Vorstand der Stadtkapelle Daniel Rösch und Dirigent Felix Bauert.
Foto: © Stadt Gengenbach

 

Reiff Medien
„Offen Augen für die Stadt“
Stadtmusikdirektor Tobias Elsäßer zieht Bilanz nach seiner vierjährigen Tätigkeit als
Dirigent und beschreibt Anforderungen, die sein Nachfolger mitbringen sollte.
       
Von Thomas Reizel         

Dass die Stadtkapelle Gengenbach zum 1. Juni einen neuen Dirigenten sucht, hatte das OT bereits berichtet. Im Nachgang dazu zieht der scheidende Tobias Elsäßer Bilanz und beschreibt die Anforderungen, die einen guten Dirigenten ausmachen. Dazu gehöre auch, sich auf die spezielle Mentalität der Gengenbacher einzulassen.

   ■ Sie übernehmen eine neue Aufgabe in der Musikschule. Weshalb legen Sie den Taktstock ab?
   Ich arbeite seit Anfang des Jahres als stellvertretender Schulleiter an der Musikschule Markgräflerland und bin daher mit meiner Familie nach Neuenburg am Rhein gezogen. Für uns war dieser Schritt nicht schwierig, da das Markgräflerland unsere Heimat ist.
   ■ Wie haben Sie Ihre Zeit in Gengenbach erlebt?
Wenn ich Ende Mai meine letzte Probe oder das letzte Konzert dirigiert habe, werde ich auf eine gute Zeit zurückblicken können. Ich habe viele Stunden Musik gestalten können. Dies gilt nicht nur für die Proben und Konzerte mit der Stadtkapelle – auch die Proben der Ausbildungsorchester, die Unterrichte mit meinen Schülerinnen und Schülern und die Zusammenarbeit mit den Ka-
pellen Fußbach und Reichenbach werden mir in guter Erinnerung bleiben. Bis dahin werde ich auch einfach noch ein paar Mal durch die Innenstadt gehen oder auf der Bank vor dem Prälatenturm den Frühling bei der Arbeit beobachten.
   ■ Was haben Sie mit der Stadtkapelle erreicht oder umgesetzt?
   Seit 2016 wurde in vielen Bereichen Neues umgesetzt und Bewährtes gestärkt. Unter anderem konnte ein zweites Ausbildungsorchester etabliert werden. Ich bin froh, dass ich in Kooperation mit der Grundschule drei einmalige Familienkonzerte umsetzen konnte. Ein zeitgemäßes Repertoire wurde einstudiert. An vielen Ecken und Enden wurde der Jahresablauf optimiert. Das ist schön und gut – aber am meisten freue ich mich über viele schöne Momente, in denen man gespürt hat, wie das Publikum innerhalb eines Konzertes vom Orchester eingenommen wurde.
   ■ Was hätten Sie noch erreichen wollen?
   Vier Jahre sind eine kurze Zeit für die Zusammenarbeit mit einem Orchester. Zunächst habe ich noch viele Musikstücke im Ohr, welche ich gerne aufgeführt hätte. Vorrangig hatte ich mir aber vorgenommen, das Gewinnen neuer Zuhörerinnen und Zuhörer sowie Unterstützer, vor al-
lem aber neuer Zöglinge für das Orchester, zu werben. Dies ist und bleibt die wichtigste Aufgabe – gleichfalls aus musikalischer Sicht wie aus Sicht des Vereinsleben. Ich weiß aber, dass der Verein das genauso sieht und hier viele engagierte Musikerinnen und Musiker zusammenarbeiten.
   ■ Wie beurteilen Sie das Potenzial der Kapelle?
   Die Stadtkapelle ist ein Orchester mit vielen verschiedenen Aufgaben von Konzertabend und Kirchenkonzert über regelmäßige Kurkonzerte bis hin zum Begleiten von Prozessionen und den Auftritten bei der Gengenbacher Fasend. Dieses umfangreiche musikalisch Feld hat dem Orchester eine große Flexibilität antrainiert, welche ich als wichtiges Potenzial des Vereins sehe. Die Begeisterung für die Musik und die Bereitschaft der einzelnen, selbstständig und dauerhaft auf Ihrem Instrument zu Üben ist ebenfalls ein großes Potenzial. Ein Dirigent, welcher diese Potenziale fördert, wird viel zurückbekommen.
   ■ Worauf kommt es bei einem guten Dirigenten an?
   Ein Dirigent braucht eine solide Ausbildung – in meinen Augen ist eine fachspezifische Ausbildung als Dirigent für Blasorchester, etwa durch ein Studium an einer Musikhochschule, unerlässlich. Hier werden neben dem
Handwerk auch die künstlerische und pädagogische Arbeit mit Blasorchestern und Bläserensembles vermittelt. Das ist der Teil, den man sich erarbeiten kann. Die Freude an der Vermittlung von Musik, an kreativen Proben und Konzertprogrammen, sowie die Begeisterung für das gemeinsame Musizieren mit unterschiedlichen Musikerinnen und Musikern muss vorhanden sein. Wer dann mit offenen Ohren in das Orchester hört, dem ergibt sich alles Weitere.
   ■ Was muss ein Dirigent speziell für Gengenbach mitbringen?
   Wer sich mit den oben genannten Eigenschaften und dem besonderen Potenzial des Orchesters identifizieren kann, wird das Orchester erfolgreich leiten können. Die aktiven Mitglieder widmen einen großen Teil ihrer Freizeit dem gemeinsamen Musizieren. Ich wünsche daher jedem einzelnen einen Dirigenten, der das wertschätzt und fördert. Zu den bereits erwähnten offenen Ohren gehört in Gengenbach auch ein offenes Auge für die Veranstaltungen der Stadt und die Mentalität der Bürgerinnen und Bürger. Einen regelmäßigen Gang durch die Innenstadt kann ich daher sehr empfehlen. Ab Mitte des Jahres ist dann auch die Bank vor dem Prälatenturm wieder frei.

Stadkapelle Stadkapelle
Tobias Elsäßer machte immer eine gute Figur, sei es als Dirigent (links) oder an der Tuba.    Archivfotos: Thomas Reizel

 

Reiff Medien Stadkapelle
     Archivfoto: Thomas Reizel
Stadtkapelle sucht Dirigenten
Tobias Elsäßer verlässt Gengenbach im Guten und übernimmt einen Leitungsaufgabe in der Musikschule Markgräfler Land. Vereinsjahr war geprägt durch Corona.
       
Von unserer Redaktion    Gengenbach.
Normalerweise hätte die Stadtkapelle Gengenbach für das vergangene Wochenende zur Hauptversammlung geladen, doch muss diese wegen Corona verschoben werden. Daher zog Vorsitzender Daniel Rösch schriftlich Bilanz und blickt auf 2021.
   Der Kapelle steht der Wechsel des musikalischen Leiters bevor. Der jetzige Dirigent Tobias Elsäßer tritt die Stelle des stellvertretenden Leiters der Musikschule Markgräfler Land an und zieht mit seiner Familie nach Neuenburg am Rhein. Dies lässt die Ausübung der Tätigkeit in Gengenbach nicht mehr zu. Daher muss zum 1. Juni eine neue musikalische Leitung gefunden werden. „Gar nicht so einfach in Corona-Zeiten, solange die Kapelle nicht spielen kann“, betont Rösch.
   Mitte März 2020 wurden alle Termine gestrichen. Geplant war zwar ein Auftritt beim Mai-
baumstellen, doch auch daraus wurde nichts. „Nach kurzer Skepsis haben wir bereits im April unseren Unterricht online organisiert und durchgeführt. Über die vielen positiven Ergebnisse haben wir uns sehr gefreut“, teilte Vorsitzender Daniel Rösch mit.
   Stadtkapellmeister Tobias Elsäßer versorgte auch die Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle mit Probenmaterial und Anweisungen. Ende April spielten Familienensembles vor Seniorenheimen.
Sehr viel Aufwand
    „Wir haben in Kleingruppen geprobt und registerweise im Freien und in der Sporthalle. Wir haben den Proberaum vermessen und unter Berücksichtigung der vorgegebenen Abstände mit maximal erlaubter Anzahl geprobt. Diese Art haben wir aber nicht wiederholt, da der Unwohlfühlfaktor zu groß war“, schreibt Rösch
   Die Stadtkapelle hat am Ferienprogramm der Stadt Gengen-
bach teilgenommen. Unter Anleitung von Tobias Elsäßer und Jugendleiter Timo Matt gab es vor dem Abschlussgrillen kleine Einführungen zu verschiedenen Musikinstrumenten, die Kinder haben zwei kleine Musiksequenzen komponiert. Sofern es Corona zulässt, soll es dieses Angebot wieder geben.
   Nach den Sommerferien haben hat die Kapelle die erste Gassenmusik durchgeführt, die Tobias Elsäßer auf diese Art bereits vor Corona geplant hatte. Es spielten Ensembles der Stadtkapelle in der Engelgasse, zum Abschluss gab es ein kleines Konzert auf dem Marktplatz. Im Herbst konnte der Nachwuchs sowohl am JMLA Junior wie auch am JMLA Silber teilnehmen.
    Seit November findet der Unterricht nun wieder online statt, seit Dezember proben die Stadtkapelle und die Young- Stars ebenfalls online. „Unsere Erfahrungen bestärken uns, Unterricht an Blechblasinstrumenten und Schlagwerk online zu begin-
nen“, teilen die Musiker mit. Unterricht an Blechblasinstrumenten und Schlagwerk online zu beginnen“, teilen die Mu usiker mit, bei Holzblasinstrumenten sei die Kapelle aber zurückhaltend. Es könne nur in Einzelfällen Unterricht erteilt werden. Vorkenntnisse wären dabei hilfreich.
„Azubis“ willkommen
   Wer Interesse hat, freitags mit der Stadtkapelle Gengenbach zu proben, wer ein Instrument lernen möchte, wer bereits ein Instrument gespielt hat und wieder einsteigen möchte, kann sich gerne melden bei Tobias Elsäßer,  0174 / 3 13 67 02, Stephanie Wehrle, 0 78 03 / 4 04 09, Daniel Rösch, 0 78 03 / 60 01 15. Instrumente können nur bedingt gestellt werden.
Ob und welche Termine 2021 stattfinden können, wird noch mitgeteilt. Fest steht aber, dass der Konzertabend zwei Wochen vor Ostern abgesagt ist. Weitere Informationen gibt es auch im Internet.